Die Geschichte des Hauses -
Von der Kinderklinik zum Zentrum für Altersmedizin

„Omnis cellula e cellula“ oder „Jede Zelle entsteht aus einer anderen Zelle“ - das ist einer der bekanntesten Sätze von Rudolf Virchow. Der berühmte Arzt und Sozialpolitiker hat den guten Ruf der Berliner Charité wesentlich mitgeprägt. Und auch auf dem Geländes des EGZB ist sein Wirken noch deutlich zu sehen: Rudolf Virchow war es, der 1890 hier zusammen mit dem Kinderarzt Adolf Baginsky den Grundstein für eine Kinderklinik gelegt hat. 

In den Bau flossen die damals modernsten Kenntnisse aus Medizin und Architektur ein: So entstanden auf dem Gelände sogenannte Infektionspavillions, die als in sich geschlossene Einheiten konzipiert waren und eine Isolation von infektiösen Patienten ermöglichten.  

Kinderkrankheiten wie die Masern oder die Windpocken stellten Ende des 19. Jahrhunderts noch eine wesentlich größere Gefahr dar als heute und das Verständnis von Krankheitserregern und Infektionswegen steckte noch in den Kinderschuhen – die Arbeit der drei beteiligten Architekten Heino Schmieden, Victor von Weltzin und Robert Speer ist für damalige Maßstäbe also als hochmodern einzuschätzen. Behandelt werden sollten hier vor allem Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Masern und Pocken.

Nach dem Bau der Mauer wurde das inzwischen zum "Städtischen Kinderkrankenhaus Wedding" umbenannte Ensemble dann Teil des Rudolf-Virchow-Klinikums. Die alte zweigeschossige Poliklinik wurde 1980 abgerissen.  Ganz gemäß dem Credo von Rudolf Virchow ist aus der ursprünglichen Zelle des Kinderkrankenhauses dann etwas Neues entstanden: Ein Zentrum für Altersmedizin, das über die Grenzen Berlins und Deutschlands hinaus bekannt ist. Und auch wenn einige der Gebäude drei verschiedene Jahrhunderte erlebt haben, ist das Gelände in der Reinickendorfer Straße während all dieser Zeit vor allem eines geblieben: Eine Stätte der Genesung, Heilung und Pflege.