Architektonische Etappen des Hauses -
im Wandel der medizinischen Geschichte

19. Jahrhundert ab 1890
Das Hauptgebäude des damaligen „Kaiser- und Kaiserin-Friedrich-Hospitals“ auf dem 19.000 m² großen Gelände wurde 1891 fertiggestellt. Die beteiligten Architekten waren Heino Schmieden, Victor von Weltzin und Robert Speer. In den Bau flossen die damals modernsten Kenntnisse aus Medizin und Architektur ein: So entstanden auf dem Gelände sogenannte Infektionspavillions, die als in sich geschlossene Einheiten konzipiert waren und eine Isolation von infektiösen Patienten ermöglichten.
Die einfachen Architekturformen, mit roten Verblendsteinen und gliedernden Teilen aus blauroten Glasursteinen sowie Stichbogenfenstern, bestanden an der Frontseite zur Iranischen Straße aus einem langgestreckten Hauptgebäude, dem drei 3-geschossigen Verwaltungsgebäude und den seitlich gelegenen, zweigeschossigen Behandlungstrakten. Quer dahinter wurden vier Pavillons für Infektionskrankheiten errichtet, auf dem östlichen Geländeteil schlossen sich Poliklinik, Kesselhaus und Pathologie an.

Frühes 20. Jahrhundert
Das Verwaltungsgebäude wurde zwischen 1909 und 1912 erweitert. Daran beteiligt war wiederum der Architekt Heino Schmieden, diesmal in Zusammenarbeit mit Julius Boethke. 1928 kam das Schwesternwohnheim hinzu, maßgeblich geplant von Friedrich Hellwig. Ursprünglich für 300 Patienten konzipiert, wurde das im Krieg kaum zerstörte Gebäude nach 1945 weiter als Kinderkrankenhaus und Poliklinik genutzt.
Der Name wechselte dabei von „Kaiser-und-Kaiserin-Friedrich-Kinderkrankenhaus“ zu „Städtisches Kinderkrankenhaus Wedding“.

Spätes 20. Jahrhundert
1974–1976 bauten die Architekten Odwin (Od) Arnold und Gerd Zabre eine neue Kinderklinik, die als sechsgeschossiger Stahlskelettbau mit grauen Fassadenplatten und farbigen Feldern zwischen den Fenstern ausgeführt wurde. Die alte zweigeschossige Poliklinik wurde 1980 abgerissen.

Neueste Geschichte
Anstelle des ehemaligen Kinderkrankenhauses öffnete 1995 das Evangelische Geriatriezentrum seine Pforten. Zunächst gab es auf dem Gelände nur die Tagesklinik und eine Beratungsstelle, den heutigen Pflegestützpunkt. Die Akutklinik kam 1999 hinzu und 2001 das Forschungshaus sowie die Akademie für Fort- und Weiterbildung und eine moderne Tagespflege. Damit gehört das Evangelische Geriatriezentum heute zu den modernsten Einrichtungen seiner Art in ganz Deutschland.