Ansprechpartner

Fr.-Dr.-Regine-Becker

Dr. Regine Becker

Ltg. Sprachtherapie

Evangelisches Geriatriezentrum Berlin gGmbH

Reinickendorfer Str. 61

13347 Berlin

Tel   (030) 4594-1407

Fax  (030) 4594-1405

Mail  regine.becker(at)egzb.de

Sprachtherapeuten verbessern die Kommunikation

Sprachtherapeuten behandeln Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, sowie Störungen der mimischen Muskulatur. Diese können  z.B. nach Schlaganfall und anderen neurologischen Erkrankungen sowie nach Erkrankungen im Kopf- und Halsbereich auftreten.

Nach einer differenzierten logopädischen Diagnostik erfolgt eine auf die Störung ausgerichtete Therapie. Die Behandlung findet in der Regel als Einzeltherapie statt und setzt sich aus Übungstherapie sowie der Beratung von Betroffenen und Angehörigen zusammen. Neben der klinischen Schluckuntersuchung bietet unsere Einrichtung auch eine fiberendoskopische Schluckdiagnostik an, die von Sprachtherapeuten und Ärzten durchgeführt wird. Auch Schluckstörungen nach Tracheotomie werden behandelt.

Ziele der Therapie sind die Wiederherstellung und Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, der Sprechverständlichkeit, Anbahnung der Schluckfunktion, oraler Kostaufbau und Verbesserung der Nahrungsaufnahme. Es kommen u.a. folgende therapeutische Verfahren zum Einsatz:

  • Facio-Orale-Trakt-Therapie (FOTT),
  • Funktionelle Dysphagietherapie (FDT),
  • Myofunktionelle Therapie (MFT),
  • Neurolinguistische Aphasie-Therapie (NAT),
  • Modalitätenaktivierung in der Aphasietherapie (MODAK).

Folgende logopädische Störungsbilder werden in unserem Haus therapiert:

Aphasie  

Störungen der Sprache, z.B. nach Schlaganfall, betreffen sowohl die Sprachproduktion als auch das Sprachverständnis, sowie das Lesen und Schreiben. Eine Aphasie kann die Kommunikationsfähigkeit und soziale Teilhabe des Betroffenen stark einschränken. Je nach Ausmaß der Störung kann es von leichten Wortfindungsstörungen bis hin zu einem vollständigen Verlust der sprachlichen Fähigkeiten kommen.

Dysarthrophonie 

Störungen des Sprechens, z.B. nach Schlaganfall und Morbus Parkinson, entstehen infolge von Lähmungen der Sprechmuskulatur und gestörter Koordination der Sprechbewegung. Typische Symptome sind u.a. eine verwaschene, mühevolle Artikulation, heisere und/oder leise Stimme, monotone Sprechmelodie und verkürzte Sprechatmung. In schweren Fällen ist die Sprechverständlichkeit der Betroffenen so stark gemindert, dass die Alltagskommunikation nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Sprechapraxie

Sprechstörung, die häufig in Kombination mit einer Aphasie auftritt. Hier ist die Bewegungsplanung beim Sprechen gestört. Auffällig sind Lautentstellungen, ein verlangsamter, stockender Redefluss, erhebliche Sprechanstrengung und Suchbewegungen der Sprechorgane (Lippen, Zunge). In schweren Fällen sind willkürliche Lautäußerungen nicht mehr möglich.

Dysphonie 

Stimmstörungen können nach neurologischen Erkrankungen, operativen Eingriffen, Infektionen und Funktionsstörungen des Kehlkopfes entstehen. Die Stimme klingt heiser, rau, belegt, behaucht oder gepresst. Variationen der Klangfarbe, der Tonhöhe und der Lautstärke sind nur noch in geringem Umfang möglich.

Dysphagie

Schluckstörungen können z.B. nach neurologischen Erkrankungen beim Essen, Trinken und Schlucken von Speichel auftreten und sind Folge einer gestörten Sensomotorik beim Schlucken. Symptome sind häufiges Verschlucken oder völliges Ausbleiben des Schluckaktes, Husten beim Essen und Trinken, Nahrungsreste im Mund, Kloßgefühl und/oder belegte Stimme nach der Nahrungsaufnahme. Durch wiederholtes Verschlucken erhöht sich die Gefahr einer Lungenentzündung (Aspirationspneumonie). Mit Hilfe von Kostanpassung und logopädischer Therapie sollen Aspirationen und damit verbundene Komplikationen vermieden werden.

Tracheotomie

Die Versorgung mit einer Trachealkanüle kann aufgrund neurologischer Erkrankungen oder Krebserkrankungen im Kehlkopfbereich notwendig sein. Dadurch wird ein sicherer Gasaustausch (Atmung) gewährleistet und/oder bei schweren Dysphagien das Risiko einer Lungenentzündung reduziert. Ziele im Rahmen der logopädischen Therapie können sein: Erlernen des Umgangs mit der Trachealkanüle, Verbesserung der Kommunikations- und Schluckfähigkeit, ggf. Entwöhnung von der Trachealkanüle.

Facialisparese

Störungen der mimischen Muskulatur treten häufig zusammen mit Sprech- und Schluckstörungen auf, wenn bei neurologischen Erkrankungen der Hirnnerv geschädigt ist, der die Gesichtsmuskulatur versorgt. Es kommt zu einer vollständigen oder teilweisen Lähmung einer Gesichtshälfte oft in Verbindung mit Taubheitsgefühl. Die mimischen Funktionen sind dabei eingeschränkt.

Kognitive Sprach- und Kommunikationsstörungen

Nach neurologischen Erkrankungen können kognitiv begründete zentrale Sprach- und Kommunikationsstörungen auftreten. Je nach Läsionsort und begleitenden kognitiven Defiziten können die Symptome in ihrer Ausprägung stark variieren. Es zeigen sich sprachliche Störungen im Bereich sozio-kommunikativer Kompetenz, Wortabruf, Textverständnis und –produktion.

 

Ratgeber und Literaturempfehlung zur Vertiefung der Thematik finden sie hier: Literaturliste

Adressen und Information zu Selbsthilfegruppen haben wir hier zusammengestellt: Aphasie Selbsthilfegruppen